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Chirurgie & Sport Dr. Schenk

Viel Dubioses um Boxverband-Gründung
02.06.2018 15:58

 

Zitat, Vaterland, 2.Juni 2018

 

Ende Mai wurde in Triesen offiziell der LBV (Liechtensteiner Boxverband) gegründet. Hinter dem Verein steht Ulrich Bittner. Der Deutsche ist in Deutschland kein unbeschriebenes Blatt. Mehrere Zeitungen berichten von Skandalen und Eklats.

 

TRIESEN. 

LBV – das ist nicht nur der Liechtensteiner Behindertenverband, der Liechtensteinische Bankenverband und der Liechtensteiner Blasmusikverband sondern seit Ende Mai auch der Liechtensteiner Box Verband mit Sitz in Triesen. Am 28. Mai wurde er vom Deutschen Ulrich Bittner und dem Spanier Ramon Guirao Diaz  gegründet (Amtsblattvermerk FL-0002.582.663-6). Sitz ist das Businesscenter in Triesen. Liechtenstein Olympic hat keine Kenntnis von diesem Verband, der junge Liechtensteiner Boxer an Olympische Spiele schicken will und dies bereits 2020 (Tokio) oder dann 2024 (Paris). Genau davon spricht LBV-Präsident Ulrich Bittner, der im Handelsregister zwar nur als Kassier eingetragen ist, auf der Internetseite www.boxen1.com. Einen Präsidenten gibts im Handelsregister nicht. Der Vizepräsident Ramon Guirao Diaz ist gleichzeitig Redaktor des besagten Boxportals www.boxen1.com, das Liechtenstein auch einmal, wie so oft im Ausland, ohne «ie» schreibt und das sich geschützter Logos wie dem «L mit der Krone» von Liechtenstein Marketing ohne Lizenzvertrag bedient. Ein Logo mit «Royal Boxing» ist dafür auf der Seite zu finden – alles in allem scheint nur die offizielle Vereinsgründung im Handelsregister glaubwürdig zu sein.

Ulrich Bittner – eine schillernde Person
Über den Präsidenten oder dann eben den Kassier des neuen Verbandes haben deutsche Medien schon viel berichtet. Die «Augsburger Allgemeine» und die «Süddeutsche Zeitung» berichten von einem Eklat vor vier Jahren als Bittner als deutscher WSB-Chef bei einem Boxkampf die Zuschauer aussperrte. WSB ist eine internationale Box-Liga unter dem Dach der Association Internationale de Boxe Amateure (Aiba), dem Weltverband des Olympischen Boxens. In Deutschland hatte seinerzeit Bittner das Sagen und das tat er auch. Mehrere hundert Boxfans standen damals vor der August-Schärttner-Halle in Hanau. Es kam zu Tumulten. Bittner sperrte die Zuschauer aus. Er wollte mit seiner Aktion gegen die Führung der WSB und des Weltverbandes Aiba protestieren. Auslöser für Bittners Massnahme war die Weigerung des WSB, dem Wunsch des Deutschen zu entsprechen und den Halbfinal-Heimkampf auf Mallorca auszutragen. Angeblich, so Bittner, sei daraufhin ein deutscher Fernsehsender von der geplanten Live-Übertragung zurückgetreten. So sei ihm viel Geld verloren gegangen. Die Kämpfe begannen dann vor leeren Rängen mit einstündiger Verspätung. Deutschland unterlag dem Vorjahressieger Kasachstan. Der Präsident des deutschen Boxverbandes (DBV), Jürgen Kyas tobte damals. In den beiden erwähnten Zeitungen meinte er: «Es ist bedauerlich, dass der Sport Opfer geworden ist» und gegenüber der «Offenbach Post» erklärte Kyas: «Alles das, was er versprochen hat, hat er zu nicht einmal 15 Prozent eingehalten. Das war eine bodenlose Schweinerei» und weiter: «Dieser Mann hat den Sport ausgenutzt, um seine persönlichen Interessen zu verfolgen». Von Schulden in Höhe von 600 000 Euro war die Rede. Zitiert wird auch DBV-Sportdirektor Michael Müller: «Die inszenierten Ulrich-Bittner-Festspiele haben ein Ende gefunden – und das endgültig. Ich glaube nicht, dass er im deutschen Boxsport noch einmal Fuss fassen wird». Zu dieser Zeit war Bittner untergetaucht. Niemand wusste wo er ist. Es wurde ruhig um Bittner. 2015 berichtete dann die «Frankfurter Rundschau» wieder über den Hanauer Unternehmer. Diesmal gings nicht in erster Linie ums Boxen sondern um sein Immobilienunternehmen.

Die Post wurde kurzerhand zugemauert
Bei einem seiner Mehrfamilienhäuser in Erlensee und einem Objekt in Grosskrotzenburg gabs Konflikte zwischen Bittner, Gläubigern und Mietern. «Im Mehrfamilienhaus gegenüber dem Rathaus in Erlensee hatte der Versorger die Warmwasserversorgung abgestellt, woraufhin die Mieter auf die Barrikaden gingen. Die Postfiliale im Erdgeschoss liess Bittner vorübergehend gar zumauern, weil die Post, wie er sagt, wegen kalter Heizungen nur die Hälfte der Miete gezahlt, Heizungsrohre angesägt und einen eigenen Warmkreislauf gebastelt habe», heisst es in der «Frankfurter Rundschau». Zitiert wird dann der Hanauer Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze. «Bei mir stapeln sich die Strafanzeigen gegen ihn und es kommen ständig neue dazu». Es ging um Betrug, Untreue, Beleidigungen, Insolvenzverschleppung, Bedrohung und Belästigungen. Weiter erklärte der Oberstaatsanwalt in der Zeitung, Bittner habe nicht nur die Mieter, sondern auch die Box-Szene gegen sich aufgebracht. Auch dort seien Verfahren hängig. Der Unternehmer wollte von Strafanzeigen aber nichts wissen. Er fühlte sich verleumdet und unschuldig verfolgt. Ein Rechtsanwalt aus dem Ort Erlensee geht dann im gleichen Bericht hart mit Bittner um: «„Wenn der den Mund aufmacht kommt nur dummes Zeug heraus», sagt der Rechtsanwalt Gustav Ruth, der Bittners Mieter und Gläubiger vertritt und kein gutes Haar an ihm lässt. «Da sind so viele Prozesse, das glaubt man gar nicht.» Damals ging es um die Firma Rendinvest, die es gemäss Bittner nach dem Tode seines Vaters nicht mehr gegeben hätte. In Tat und Wahrheit war sie einfach in Zug in der Schweiz gemeldet. Gemäss Rechtsanwalt Ruth mit einem 40 Millionen Franken Vermögen. Heute befindet sich das Unternehmen in Liquidation.  

Bittner gründet die «Trump Partei Deutschland»
Dann wurde es wieder ruhiger um Bittner. Zuletzt soll er in Lausanne den Box-Weltverband wegen entgangener TV-Gelder auf rund 30 Millionen Franken Schadenersatz eingeklagt haben und auch politisch gibts Neues vom Unternehmer. Er gründete in seiner Heimat die «Trump Partei Deutschland». Zunächst sei nicht vorgesehen an Wahlen teilzunehmen heisst es auf www.die-trump-partei.com. «Wenn es so weiter geht, dass das Nichtstun in diesem Lande mehr gefördert wird als jemand der wieder arbeiten, aufstehen und anpacken will, bricht unser sich seit Jahrzehnten bewehrtes solides Sozialsystem in sehr kurzer absehbarer Zeit völlig zusammen» heisst es weiter.

Wie es mit dem LBV – dem neuen Liechtensteiner Boxverband unter dubioser Führung weiter geht, wird sich zeigen. Bittner wird sich wohl wie bis anhin irgendwie durchboxen. (kop)

 

Frage: Ist dieser Boxverband Mitglied des LOC?

Was unternimmt das LOC gegen diesen Liechtensteiner Boxverband?

 

 

 

 

 

 

 

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