Heisse Langlaufrennen in klirrender Kälte
Von Peter Geiger
Langlauf. Mit Sprint, 10 km klassisch und 15 km frei wurde in Campra/TI von Freitag bis Sonntag eine Serie von drei FIS-Rennen durchgeführt, gewertet zugleich als Schweizermeisterschaft. Im international hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld bewies Philipp Hälg seine Qualität. Gute Leistungen zeigten bei den Junioren Martin Vögeli und Constantin Frommelt.
In diesen Tagen lautete die erste Frage überall: Wie kalt ist es? Bei den Rennen im Tessiner Centro Sci Nordico in Campra, gelegen auf 1500 m Höhe auf der Südseite des Lukmanierpasses, wurde an den drei Renntagen minus 18 Grad, in den Mulden minus 21 Grad gemessen. LSV-Trainerin Martina Negele sagte: „Der Schnee knirschte, er war sehr stumpf und langsam. Aber“, so strahlt sie vermschmitzt, „es gelang uns, für Hälg, Frommelt und Vögeli sehr gute Skis zu wachsen.“ Womit denn? Das verrate sie nicht für die Medien. Hälg meinte hierzu nur soviel: „Ein grosses Dankeschön an Martina.“ Der rennbewährte Ski Club Simano, Campra/Olivone, stellte sehr anspruchsvolle Strecken bereit. Hier starteten nun auch zahlreiche internationale Weltcup-Läufer, welche das Weltcuprennen im russischen Rybinsk – vorab aus Kältegründen – ausliessen, unter ihnen Dario Cologna.
Im Sprint ordentlich
Philipp Hälg (Jg. 1991) ist nicht auf die kurzen, kämpferischen Sprints spezialisiert – auch wenn er in Adelboden vor kurzem Sprintqualität aufblitzen liess. Die 1,4 km Sprintstrecke der Herren legte er am Freitag im Prolog in 3.38 Minuten zurück, was mit Rang 51 einen der hinteren Ränge ergab. Sprintsieger wurde, wen wundert’s, Dario Cologna. Bei den Junioren schlugen sich auch die LSV-Junioren Constantin Frommelt (Jg. 1993) und Martin Vögeli (Jg. 1995) ordentlich. Vögeli erreichte in 4.01 Minuten Rang 41, Frommelt in 4.03 Minuten Rang 44. Alle drei LSV-Kaderläufer waren mit den Distanzrennen dann besser zufrieden.
Hälg zweimal vor Ueli Schnider
Vor Wochenfrist hatte im heimischen Steg am OSSV-Rennen über 10 km noch Ueli Schnider gesiegt, knapp vor Philipp Hälg. Beide sind so gute Kollegen wie Konkurrenten. „Revanche geglückt,“ bilanzierte gestern Sonntag ein zufriedener Hälg. Sowohl über 10 km klassisch als auch über 15 km im freien Stil konnte er sich in Campra vor den etwa gleich stark einzustufenden und daher als Massstab geltenden Schweizer vom SC Flühli aus dem Waldemmental/LU platzieren. Hälg wurde über 10 km klassisch mit Einzelstart guter 28. in einer Zeit von 34.12 Minuten, Schnider lag zwölf Sekunden und vier Ränge hinter ihm. Zwar war Hälg die erste der vier 2,5 km-Runden sehr schnell – „zu schnell“ gemäss Trainerin Negele – angegangen, er büsste dafür auf der dritten Runde, konnte aber in der vierten wieder zusetzen. Sieger Dario Cologna benötigte an der Spitze 31.38 Minuten.
Bestätigung am Sonntag
Tags darauf bestätigte Hälg über 15 km im freien Stil mit Handicapstart die Leistung vom Vortag. Jetzt lief er die drei 5 km-Runden sehr konstant, er erreichte Rang 30 (46.20 Min.), Ueli Schnider Rang 42 (50 Rangierte). Dario Cologna verzichtete auf einen Start. Verfolgungs-Sieger wurde der Franzose Romain Vandel aus dem französischen Jura (43.13 Min.) vor den beiden Deutschen Sebastian Eisenlauer und Jonas Dobler. LSV-Läufer Hälg platzierte sich in den beiden hochkarätigen internationalen Distanzrennen in der Mitte der Rangliste. „Die Strecken waren sehr anspruchsvoll“, meinte Hälg nach den Rennen, „ich bin angesichts der starken Besetzung mit meinen Ergebnissen zufrieden.“ Diese Einschätzung teilte Hälgs Trainerin Martina Negele. Zu Recht, denn Hälg wurde in der Wertung der Herren-Schweizermeisterschaft am Samstag und Sonntag jeweils Fünfter.
Junioren Martin Vögeli und Constantin Frommelt
Zufrieden waren auch die beiden LSV-Kaderläufer Vögeli und Frommelt, die bei den Junioren starteten, ebenso Trainerin Negele. Sie stellten sich hier der internationalen und der gesamten schweizerischen Konkurrenz. Vögeli bilanzierte: „Nach dem Sprint ging es mir am Samstag über 10 km und am Sonntag über 15 km Verfolgung immer besser. Allerdings merkte ich auch die steigende Müdigkeit.“ Ähnlich Constantin Frommelt: „Ich wollte im letzten der drei Rennen noch einige Plätze gut machen, doch die kalte Luft bereitete mir zusehends Mühe.“
Vor der U23-WM noch zum Einsiedler
Für Philipp Hälg ist das nahende, überragende Saisonziel die U23-Weltmeisterschaft, die in gut zwei Wochen am 20. Februar in Erzurum im Osten der Türkei beginnt. Dort wird Hälg 15 km klassisch und 30 km Skiathlon (15 cl. + 15 frei) zu bestehen haben. Da kommt am kommenden Sonntag, 9. Februar, zur Vorbereitung der „Einsiedler Skimarathon“ gerade recht. In Einsiedeln am Start stehen werden auch Martin Vögeli (Halbmarathon), Constantin Frommelt (ganzer oder halber Marathon) sowie weitere ambitionierte Läufer des Nordic Club Liechtenstein. (pge)

Mit den Leistungen von Philipp Hälg... und...

Frommelt Constantin...und

Vögle Martin waren die Verantwortlichen durchaus sehr zufrieden.