Alberto Contador - der grosse Triumphator - Schleck hielt ihm die Waage
Alberto Contador hat auf der letzten Etappe der Tour de France nichts mehr anbrennen lassen und seinen dritten Tour-de-France-Sieg perfekt gemacht. Den prestigeträchtigen Etappensieg auf den Champs-Élysées sicherte sich im Massensprint jedoch Mark Cavendish vor Alessandro Petacchi und Julian Dean.

Mark Cavendish (GB) ist der momental beste Sprinter der Welt. An der diesjährigen TdF holte er fünf Tagessiege, insgesamt an der grössten Radrundfahrt der Welt bereits schon 15.
Durch seinen zweiten Platz verteidigte Petacchi in Paris das begehrte Grüne Trikot. Der Italiener liegt in der Punktewertung nach drei Wochen Frankreich-Rundfahrt elf Zähler vor dem fünffachen Etappensieger Cavendish, der auf dem berühmten Prachtboulevard keinem seiner Kontrahenten auch nur den Hauch einer Chance ließ.
"Das heute war natürlich die Krönung. Das ist die schönste Zielgerade der Welt", freute sich der Brite. "Grün wäre schön gewesen, aber ich kann nicht beeinflussen, was Alessandro macht."
"Tony war brillant"
Brett Lancaster bereitete zwar den Endspurt für Thor Hushovd vor und der Norweger eröffnete den Kampf um den Etappensieg 300 Meter vor dem Ziel, doch gegen den unwiderstehlichen Antritt von Cavendish konnte auch er nichts ausrichten. Wie von einer Rakete angetrieben schoss der 25-Jährige von der Isle of Man an Hushovd und Petacchi vorbei zum insgesamt 15. Tour-Etappen-Sieg seiner Karriere.
"Tony Martin hat mich bis 600 Meter vor dem Ziel gebracht und dann am Hinterrad von Petacchi abgesetzt. Das war brillant", lobte Cavendish die Vorarbeit seines deutschen Teamkollegen, der für den von der Tour ausgeschlossenen Anfahrer Mark Renshaw in die Bresche sprang. "Das Team hat immer auf mich vertraut. Aber dann gab es am Ende der ersten Woche den ersten Sieg. Das gab mir Selbstvertrauen."
Strittige Trikot-Aktion von RadioShack
Während der letzten acht Runden auf dem 6,5 Kilometer langen Rundkurs zwischen Arc de Triomphe, Place de la Concorde und Louvre bestimmte eine elfköpfige Spitzengruppe das Rennen, der auch die drei Deutschen Tony Martin, Christian Knees und Danilo Hondo angehörten. Das Feld ließ die Ausreißer jedoch nicht mehr als 25 Sekunden Vorsprung herausfahren und sorgte während der letzten Runde für den Zusammenschluss.
Für die größte Aufregung neben dem Massensprint sorgte eine Auseinandersetzung von Lance Armstrong mit der UCI bereits vor dem Start. Der Texaner und all seine Teamkollegen starteten in einem Sondertrikot mit großem Livestrong-Schriftzug und einer 28 auf dem Rücken - in Erinnerung an die etwa 28 Millionen Krebskranken auf der Welt.
Diese Aktion war allerdings nicht mit den Kommissären abgesprochen und wurde von der UCI verboten. Durch Androhung einer Disqualifikation wurden Armstrong und Co. schließlich dazu gebracht, doch wieder die normalen, roten RadioShack-Trikots anzuziehen. Dennoch sorgte die Aktion für eine Startverzögerung von immerhin 20 Minuten.
Contador und Schleck "greifen an"
Anschließend rollte das Feld, wie am letzten Tag der Tour de France üblich, gemütlich in Richtung Champs-Élysées. Vor allem die Träger der Wertungstrikots posierten oft gemeinsam für die Fotografen, Contador und seine Astana-Teamkollegen stießen mit Champagner an und schließlich präsentierte der Spanier gemeinsam mit Schleck noch eine kleine Show-Einlage.
Gemeinsam zogen die beiden Hauptdarsteller der 97. "Großen Schleife" einen Sprint an und "attackierten" so das Feld, um vorn etwas Zeit für ein weiteres Foto-Shooting mit Wasserpistolen, die ihnen von Fotografen gereicht wurden, zu haben. Anschließend ließen sie sich aber natürlich lachend wieder einholen. Einen richtigen Angriff auf Gelb hatte Schleck bereits vor dem Start ausgeschlossen: "Nein, das ist vorbei", so der Luxemburger am Eurosport-Mikrofon.

Alberto Contador gewann die Tour de France 2010 vor Andy Schleck und Denis Menchow.
Tagesklassement
1. Marc Cavendish (GB) 2:42:21
2. Alessandro Petacchi (It), gleiche Zeit
3. Julian Dean (Aus)
4. JürgenRoelandts (NL)
5. Oscar Freire (Sp)
6. Gerald Ciolek (De)
7. Thor Hushovd (Nor)
Gesamtklassement
1. Alberto Contador (Sp) 91h58'48:00
2. Andy Schleck (Lux) 39 sec
3. Denis Menchov (Rus) 2'01
4.Samuel Sanchez (Sp) 3'40
5. Jürgen Van den Broeck (Bel) 6'54
6. Robert Gesink (Ho) 9'31
7. Ryder Hesjedal (Can) 10'15
8. Joaquin Rodriguez Oliver 11'37
9. Roman Kreuziger (Tsch) 11'54
10. Christopher Horner (USA) 12'02

Dank einem guten Zeitfahren über 52 km rückte Denis Menchov auf Platz drei und damit aufs Podest der diesjährigen TdF vor.
Biografie TdF-Sieger Alberto Contador
Punktewertung
1. Alessandro Petacchi 243 Punkte
2. Mark Cavendish 232
3. Thor Hushovd 222

Alessandro Petacchi (It) gewann die Punktewertung.
Bergwertung
1. Anthony Charteau (Fr) 143 Punkte
2. Christophe Moreau (Fr) 128
3. Andy Schleck (Lux) 116

Der fleissige Antony Charteau gewann überraschend die Bergwertung der TdF
Nachwuchswertung
Bester Nachwuchsfahrer war Andy Schleck, der Gesamtzweiter wurde und das Weisse Trikot mit der besten Zeit aller Jungprofis unter 25 Jahren eroberte.
Andy SCHLECK | TEAM SAXO BANK
Geboren : 10/06/1985 im Luxembourg (Luxembourg)
Größe : 1.83 cm
Gewicht : 69 kg
Nationalität : Luxemburg
Profi seit : 2005
UCI : 53
Weltmeisterschaft : TEAM CSC
